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Wormser FDP-Kandidatin gegen Diesel-Fahrverbote

WORMS – Die Wormser Liberalen bringen sich in Stellung für den Wahlkampf. Bei ihrem internen Sommerfest im Alten Ruderhaus war die anstehende OB-Wahl das beherrschende Thema in den kurzen Reden und Ansprachen. Und der Wormser FDP-Vorsitzende Dr. Jürgen Neureuther zeigte sich angriffslustig: „Ob Kissel oder Kessel, da macht doch nur ein einziger Vokal einen Unterschied“, lästerte er unter Gelächter der Parteifreunde, „wir wollen zeigen, dass es mit der FDP eine Alternative zur Groko aus SPD und CDU gibt.“ Auch in Worms könne er so was wie eine Wechselstimmung spüren, sagte er. Das vorgegebene Ziel für die Wahl ist also: Die FDP-Kandidatin Ricarda Artelt soll mindestens in die Stichwahl kommen, ab dann wird man sehen.

OB-Kandidatin stellt sich vor

So euphorisch wie er war, stellte er Artelt also sogleich als die „künftige Oberbürgermeisterin von Worms“ vor, als er ihr das Wort übergab – diese korrigierte ihn ganz richtig: „Oberbürgermeister-Kandidatin!“ Nicht nur für die meisten Wormser ist sie noch ein unbeschriebenes Blatt, so stellte sie sich auch ihren Parteikollegen noch einmal vor. In ihrer Ansprache gab sie dann die Themen für den Wahlkampf vor: Tourismus, Einzelhandel, Kinderbetreuung – in wenigen Minuten steckten da viele Versprechen.

In Worms fehle ihr noch eine gute Anbindung an die Rhein-Neckar-Region, sagte sie einerseits, andererseits fehle in der Innenstadt auch der inhabergeführte Einzelhandel. Ladenräume würden mit Ein-Euro-Läden und Handy-Shops gefüllt. „So bekommt man keine Kaufkraft nach Worms“, sagte sie. Und ein weiteres Versprechen machte sie: „Was es hier nicht geben wird, ist ein Dieselfahrverbot.“ Sie selbst fahre auch einen Diesel, einer mit einer grünen Plakette.

Im Anschluss redete Marco Weber, der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion in Mainz, für den Artelt seit 2017 als persönliche Referentin arbeitet. Er sagte der Kandidatin die Unterstützung des Landesverbands zu und appellierte an die Wormser FDP-Mitglieder, Werbung für die Kandidatin zu machen: „Seien Sie Multiplikatoren!“

Vortrag zur Finanzkrise

Hauptredner an diesem Abend war aber Frank Schäffler, Mitglied im Finanzausschuss des Bundestages und bekannter Kritiker des „Euro-Rettungsschirms“. Er sei bisher viermal in Worms gewesen, in verschiedenen Positionen und zu verschiedenen Zeiten, aber ein Thema sei immer geblieben: die Finanzkrise. In seinem Vortrag erklärte er seine Einschätzung, warum die Finanzkrise seiner Meinung nach noch nicht überwunden sei.

In Zeiten hoher Steuereinnahmen müsse Deutschland diese hohen Mittel außerdem in Zukunftsbereiche investieren: Schulden abbauen, die öffentlichen Investitionen in die Infrastruktur erhöhen, und nicht zuletzt dem Bürger die hohen Steuereinnahmen zurückgeben. „Wir müssen den Bürger in die Lage versetzen, selbst zu investieren.“

Nicht über Euro-, sondern über Landwirtschaftspolitik redete Carina Konrad, die stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Bundestag. Angesichts der Dürre dieses Sommers und den damit verbundenen Ernteeinbußen brauche es langfristige Instrumente, mit denen sich Betriebe selbst versorgen könnten statt zu Bittstellern bei der Bundesregierung zu werden, sagte sie. Sie forderte die Möglichkeit für die Landwirte, schlechte Jahre mit guten steuerlich verrechnen zu können.

Quelle: Wormser-Zeitung.de


16. August 2018

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